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Reise 2011

„Ein Heim trägt unsere Handschrift“

INTERVIEW: Jörg Blöbaum besuchte in Burkina Faso Projekte, die der Verein „Starke Kinder“ unterstützt

Hüllhorst, 25.02.2011. Jedes Jahr machen sich Mitglieder des Hüllhorster Vereins „Starke Kinder“ auf den Weg nach Burkina Faso, um sich persönlich über den Stand der Hilfsprojekte zu informieren. Dieses Mal hat der Tengeraner Jörg Blöbaum den Vereinsvorsitzenden Frank Weske begleitet. Für Blöbaum war es die erste Reise in das westafrikanische Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, wie er in einem Gespräch mit NW-Mitarbeiter Waldemar Freitag erklärt.

Für die Mitglieder ist es selbstverständlich, dass sie die Kosten der Reise selber tragen. So kommen die Spendengelder in vollem Umfang - dieses mal wurden 20.000 Euro an die unterstützten Einrichtungen verteilt - den Menschen in Burkina Faso zugute.

Herr Blöbaum, Sie waren eine Woche lang in Burkina Faso, haben die Hilfsprojekte des Vereins „Starke Kinder“ vor Ort gesehen. Ihr Eindruck?

JÖRG BLÖBAUM: Zuvor kannte ich die Arbeit unseres Vereins nur von Bildern und aus Erzählungen. Nun habe ich den Erfolg unseres Engagements und die Menschen, denen wir damit helfen, unmittelbar kennengelernt.

Unsere vier Projekte laufen sehr gut. Beeindruckend ist, wie gut die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten klappt.

Warum sind diese Besuche so wichtig?

JÖRG BLÖBAUM: Wir wollen sicher sein, dass die Spendengelder wirklich denen zugute kommen, für die sie bestimmt sind. Schließlich werben wir ja auch mit dem Slogan „100 Prozent Ihrer Spenden bekommen die Kinder“.

Wir waren in allen Einrichtungen, die „Starke Kinder“ offiziell ins Hilfsprogramm aufgenommen hat. Ganz toll entwickelt hat sich zum Beispiel das Heim für Straßenkinder – es trägt unsere Handschrift. Ein Projekt für 2011 ist die Einrichtung einer Schneiderwerkstatt und einer Zweiradwerkstatt, um den Jugendlichen nach ihrer Ausbildung eine Perspektive zu geben.

Wie gehen die Empfänger mit den Spenden um?

JÖRG BLÖBAUM: Die Menschen dort haben großen Respekt für unsere Hilfe und wirtschaften gut mit dem Geld. Alles ist dokumentiert, es wird auf Heller und Pfennig Rechenschaft abgelegt. Wenn sie uns die Berichte vorlegen, merkt man richtig, wie angespannt sie sind. Und wenn dann unser O. K. kommt, sieht man Ihnen die Erleichterung an.

Sie wollen eben alles richtig machen, selbst bei Kleinigkeiten.

Gibt es ein Beispiel dafür?

JÖRG BLÖBAUM: Der Leiter, der von uns unterstützten Grundschule, fragte, ob die Schule den Kindern anstelle von Konservenfisch den etwas teureren Frischfisch auftischen dürfe. Wie sparsam sie mit dem Geld umgehen, sieht man auch daran, dass wir zu Beginn der Unterstützung dieser Schule von 36 Cent pro Schulessen ausgegangen waren; tatsächlich sind es nur 28 Cent.

Sie haben die afrikanische Küche nun selbst kennengelernt. Hat es Ihnen geschmeckt?

JÖRG BLÖBAUM: Das Essen ist anders als bei uns. Wir selbst haben zwar normales Essen bekommen – Kartoffeln, Gemüse und Hühnchen. Beim Marktbesuch aber sieht man doch schon Ungewöhnliches.

Gegrillte Frösche zum Beispiel waren dort nichts Außergewöhnliches. Antoine, Repräsentant von „Starke Kinder“ in Burkina Faso, erzählte, dass dort auch Esel gegessen werden. Zudem wird viel aus Hirse zubereitet. Sogar Bier wird daraus gemacht. Dieses schmeckt wirklich nach Bier, nur der Nachgeschmack ist etwas säuerlich.

Welches Bild haben Sie von den Menschen in Burkina Faso bekommen?

JÖRG BLÖBAUM: Auffallend ist natürlich die Armut, in der sie leben. Und trotzdem waren alle sehr nett, überaus gastfreundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Beeindruckend ist auch die natürliche Fröhlichkeit der Menschen. Selbst im C.R.E.N., wo erkrankte und unterernährte Kinder und ihre Mütter Versorgung finden, war diese Fröhlichkeit zu spüren.

Wie geht es Victor, dessen Operation aus dem Erlös des Handball-Benefizspiels zwischen dem TBV Lemgo und der HSG Hüllhorst bezahlt werden konnte?

JÖRG BLÖBAUM: Der Junge ist wohlauf. Die Operation der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte war erfolgreich. Wir haben den zuständigen Arzt getroffen, der mit dem Verlauf des Heilungsprozesses sehr zufrieden ist. Die persönliche Begegnung vor Ort ist schon beeindruckend. Man erlebt unmittelbar, welche positiven Auswirkungen unser Engagement in Deutschland bei den Kindern im fernen Burkina Faso hat.

Werden Sie nochmals nach Burkina Faso reisen?

JÖRG BLÖBAUM: Grundsätzlich ja. Es war besser als jeder Urlaub, den man im Hotel verbringt. Doch zunächst sollen andere die Möglichkeit haben, das Land, die Menschen und unsere Hilfsprojekte dort zu erleben. Und vielleicht auch die Erfahrung machen, dass man mit nur fünf Liter Wasser beim Duschen wirklich sauber wird.

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Unsere Stimme für Afrika

Konkrete Hilfe im Gepäck: Jörg löbaum und Frank Weske reisen nach Burkina

von Waldemar Freitag - 10.02.2011

Nach dem großen Erfolg des Handball-Benefizspiels des TBV Lemgo gegen die HSG Hüllhorst im November steht nun die nächste Unternehmung des Hüllhorster Vereins „Starke Kinder“ unmittelbar bevor: Zwei Mitglieder des Vereins, Frank  Weske und Jörg Blöbaum, reisen nach Burkina Faso.

Eine Woche werden sie in dem westafrikanischen Land unterwegs sein, um sich persönlich über den Stand der Hilfsprojekte zu informieren. Zu den Besuchszielen gehören die vier vom Verein unterstützten Einrichtungen – ein Kinderheim, eine Grundschule, eine Krankenstation und die humanitäre Einrichtung C.R.E.N. Zudem steht ein weiteres Kinderheim auf dem Reiseplan. In diesem soll zukünftig ein Blitzableiter weitere Blitzeinschläge verhindern. An der Installation will sich „Starke Kinder“ finanziell beteiligen.

Besonders gespannt sind  Weske und Blöbaum auf die Begegnung mit dem kleinen Victor, der mit Hilfe des Erlöses aus dem Handball-Benefizspiels erfolgreich operiert werden konnte. Der einjährige Junge litt unter einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. „Wir freuen uns riesig, Victor wiederzusehen“, sagt  Weske.

Dem Jungen persönlich begegnet ist Blöbaum hingegen noch nicht. Doch auch für ihn wird es ein sehr bewegender Moment sein, „wenn man direkt sieht, was durch den Einsatz von ,Starke Kinder‘ möglich ist“, so Blöbaum.

Geplant ist auch ein Treffen mit dem Arzt, der Victor operiert hat. Dabei rückt ein weiteres Kind, das unter einer großen Missbildung im Gesicht leidet, in den Fokus. „Wir werden erfahren wie es mit Gabin weitergeht, wann er operiert werden kann“, sagt  Weske.