Reise 2014

Im Heim wird das Wasser knapp

Wir wollen mit dem Bau eines Brunnens helfen

Das Heim „Maison Samuel“ in Fada N’Gourma ist für so viele Straßenkinder zur Zufluchtsstätte geworden, dass das Wasser knapp wird. Bisher hatten die Kinder es mit Gießkannen aus dem Brunnen eines Nachbargrundstückes geholt. Doch das wird bald nicht mehr gehen, um alle Kinder zu versorgen. Ein eigener Brunnen ist notwendig. Dessen Bau soll das nächste Projekt des Hüllhorster Vereins „Starke Kinder“ werden.

Auf der Straße hatte man ihn gefunden, auf sich allein gestellt, ohne Vater und Mutter. Wie lange er dort zugebracht hatte in den staubigen Straßen der Stadt, zwischen Bretterbuden und Müll, inmitten des chaotischen Verkehrs aus Mopeds, Autos und Lastkraftwagen, Eselskarren und Ziegenherden?

Die Ordensschwestern wussten es noch nicht. Erst vor wenigen Stunden war der kleine Junge im Heim für Straßenkinder angekommen. Ausgezehrt und müde hatte er sich, so wie er es gewohnt ist, zum Schlafen draußen auf den Boden gelegt. Direkt vor dem Schlafsaalgebäude. Der Junge wird Zeit brauchen, bis er sich unbefangen und fröhlich im Heim „Maison Samuel“ in Fada N’Gourma bewegen wird.

Dass es gelingen wird, zeigt sich an anderen Heimkindern, die alle ein ähnliches Schicksal dorthin gebracht hat. Doch mittlerweile ist das Heim für so viele Straßenkinder zur Zufluchtsstätte geworden, dass das Wasser knapp wird. Ein eigener Brunnen ist notwendig. Der Bau des Brunnens soll das nächste Projekt des Hüllhorster Vereins „Starke Kinder“ werden.

Bereits mehrere Hilfsprojekte für notleidende Kinder im westafrikanischen Burkina Faso sind durch das Engagement der Vereinsmitglieder umgesetzt worden. Damit das Spendengeld in vollem Umfang auch dort ankommt, wo es eingesetzt werden soll, reisen Vereinsvertreter einmal im Jahr nach Burkina Faso, um es direkt an die Einrichtungen zu übergeben und die Projekte persönlich zu begutachten.

Dieses Mal hatte sich Frank Weske zusammen mit Gitta Huchzermeier und Matthias Büscher auf den Weg gemacht. „Ich bin dankbar, dass ich die Mühen und Kosten auf mich genommen habe“, sagte Huchzermeier, die es sich lange überlegt hatte, mitzufliegen. „Es ist ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Ich habe noch nie so viel Armut, aber auch noch nie so viel Fröhlichkeit in einem Land erlebt.“

Mit an-, aber nicht abgereist ist Mario Kölling aus Holsen. Der 24-Jährige blieb ein paar Wochen länger, um handwerklich anzupacken. Seinen ersten Einsatz hatte er beim Bau von Toiletten für ein von „Starke Kinder“ neu errichtetes Schlafsaalgebäude für Mädchen. Dass dieses Mal mit Waldemar Freitag und Ingo Büchel auch ein Kamerateam der Filmproduktionsfirma Ilex Media aus Lübbecke dabei war, machte diese Reise zu einem noch außergewöhnlicheren Ereignis.

Sieben Tage wurde gedreht, überall dort, wo der Verein „Starke Kinder“ mit Hilfsprojekten das Leben der Kinder verbessert. „Ich bin Stolz, dass ich ,Starken Kindern’ angehöre und dass wir hier so viel bewegen können. Ich habe nun selbst sehen können, dass jeder Euro, der für unseren Verein gespendet wird, zu hundert Prozent hier ankommt.“

von Waldemar Freitag für die Presse